© Mindener Muserum
Ausstellungen
Objekt im Fokus - Deckelbecher
Ausstellungsdauer
1. September 2026 – 31. Oktober 2026
Infos
Objekt im Fokus Deckelbecher, Mitte 19. Jahrhundert
In der Sammlung des Mindener Museums werden rund 60.000 Objekte bewahrt. Trotz Dauer- und Sonderausstellungen oder Leihgaben an andere Museen lagern 95% der Sammlung verborgen im Magazin. Die Vielfalt und die Geschichte der Sammlung und das Wissen über die Objekte stellt das Museumsteam regelmäßig in Kabinettausstellungen vor. Alle zwei Monate wird außerdem ein „Objekt im Fokus“ im Foyer des Museums ausgestellt und dort seine Geschichte erzählt.
Das Objekt im Fokus in den Monaten September und Oktober ist ein Deckelbecher aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Objekt wurde 1960 als Schenkung in die Sammlung des Mindener Museums gegeben. Bis 2010 war es Teil des Biedermeierzimmers in der ehemaligen Dauerausstellung.
Der Deckelbecher besteht aus farblosem Glas. Hergestellt wurde er vermutlich im Formblasverfahren. Dabei wird das flüssige Glas in eine gewässerte Holz- oder Metallform geblasen. Während das Glas auskühlt, nimmt es die entsprechende Form an. Die Wandung des Bechers ist gebaucht und in der oberen Randzone leicht eingezogen. Hier weist das Glas eine stumpfe Oberfläche auf. Für diese Verzierungsform wurde das Glas mechanisch geschliffen.
Mittig ist ein rundes Medaillon mit der Inschrift „Zum Andenken“ eingeschlossen. Der blaue Grund des Medaillons wurde auf der Innenseite des Bechers aufgetragen. Hingegen befinden sich die goldene Umrandung und Schrift auf der Vorderseite. Durch diese sogenannte Hinterglasmalerei entsteht eine gewisse Tiefenwirkung. Das Medaillon ist von weißen Blättern, Weizenähren und blauen Blüten umgeben. Vermutlich ist Vergissmeinnicht dargestellt, das Erinnerung, Treue und Liebe symbolisiert.
Der gewölbte Hohldeckel ist am unteren Rand ebenfalls mit aufgemalten Blüten und Blättern verziert. Der Knauf zeigt einen sternförmigem Kerbschliff mit goldener Bemalung. Um den Stiel des Knaufs verläuft ein aufgemaltes Punkt- und Strichdekor.
Die Farbe besteht wahrscheinlich aus farblosem Glas und Metalloxiden. Sie wurde mit einem Pinsel aufgetragen und
anschließend bei hoher Temperatur eingebrannt. Dadurch bleibt sie beständig. Dieses Verfahren wird Emaillemalerei genannt. Die Farbe wurde sowohl fein, als auch dick (pastos) und deckend (opak) aufgetragen. Der untere Teil des Bechers ist mit einem Kerb- und Kantenschliff geschmückt. Standring und Becherrand sind mit einer umlaufenden goldenen Bemalung verziert. An der Rückseite verläuft vom oberen Glasrand bis zum unteren Teil der Wandung ein geschlossener Riss. Hierbei könnte es sich um einen Spannungsriss handeln.
Material und Gestaltung deuten darauf hin, dass der Deckelbecher zur Zeit des Biedermeier (1815-1850) hergestellt wurde. Als Spätphase des Klassizismus (1770-1840) orientierten sich die Formen an der Antike. Im Biedermeier standen familiäre und häusliche Werte im Vordergrund. Es entwickelte sich ein regelrechter Freundschaftskult. Durch Gläser, Poesiealben und Karten wurden enge Verbundenheit und liebevolle Zuneigung ausgedrückt. Somit dienten bis Mitte der 1830er Jahre aufwendig gestaltete Gläser vor allem als Geschenk- und Andenkenobjekte.
Als „Souvenir“ (französisch: Andenken) galten auch sogenannte Badebecher. Diese wurden vom Adel bei Trink- und Badekuren erworben. Daheim dienten sie in Glasvitrinen, auf Etageren oder an der Wand präsentiert als Statussymbol. Deckelbecher waren nicht nur Prunkstücke, sondern auch Trinkgefäße. Der Deckel schützte vor verschmutzten oder vergifteten Getränken. Zudem behielt das Getränk länger die gewünschte Temperatur.
Glas wurde seit dem Mittelalter in Waldglashütten hergestellt. Diese befanden sich in waldreichen Gebieten, wie der Grafschaft Lippe und dem Hochstift Paderborn. Die Glashütte Gernheim in Petershagen-Ovenstädt (1812-1877) sowie die Glashütte Wittekind in Minden (1882-1982) stellten ebenfalls Glaswaren her.
Der Deckelbecher verweist auf unsere kommende Sonderausstellung „Heiß und Kalt – Eine Reise durch die Kulturgeschichte der Getränke“, die ab dem 12. September im Mindener Museum zu sehen ist. Dabei wird die regionale Getränkekultur vom Mittelalter bis heute anhand verschiedener Objekte beleuchtet.
In der Sammlung des Mindener Museums werden rund 60.000 Objekte bewahrt. Trotz Dauer- und Sonderausstellungen oder Leihgaben an andere Museen lagern 95% der Sammlung verborgen im Magazin. Die Vielfalt und die Geschichte der Sammlung und das Wissen über die Objekte stellt das Museumsteam regelmäßig in Kabinettausstellungen vor. Alle zwei Monate wird außerdem ein „Objekt im Fokus“ im Foyer des Museums ausgestellt und dort seine Geschichte erzählt.
Das Objekt im Fokus in den Monaten September und Oktober ist ein Deckelbecher aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Objekt wurde 1960 als Schenkung in die Sammlung des Mindener Museums gegeben. Bis 2010 war es Teil des Biedermeierzimmers in der ehemaligen Dauerausstellung.
Der Deckelbecher besteht aus farblosem Glas. Hergestellt wurde er vermutlich im Formblasverfahren. Dabei wird das flüssige Glas in eine gewässerte Holz- oder Metallform geblasen. Während das Glas auskühlt, nimmt es die entsprechende Form an. Die Wandung des Bechers ist gebaucht und in der oberen Randzone leicht eingezogen. Hier weist das Glas eine stumpfe Oberfläche auf. Für diese Verzierungsform wurde das Glas mechanisch geschliffen.
Mittig ist ein rundes Medaillon mit der Inschrift „Zum Andenken“ eingeschlossen. Der blaue Grund des Medaillons wurde auf der Innenseite des Bechers aufgetragen. Hingegen befinden sich die goldene Umrandung und Schrift auf der Vorderseite. Durch diese sogenannte Hinterglasmalerei entsteht eine gewisse Tiefenwirkung. Das Medaillon ist von weißen Blättern, Weizenähren und blauen Blüten umgeben. Vermutlich ist Vergissmeinnicht dargestellt, das Erinnerung, Treue und Liebe symbolisiert.
Der gewölbte Hohldeckel ist am unteren Rand ebenfalls mit aufgemalten Blüten und Blättern verziert. Der Knauf zeigt einen sternförmigem Kerbschliff mit goldener Bemalung. Um den Stiel des Knaufs verläuft ein aufgemaltes Punkt- und Strichdekor.
Die Farbe besteht wahrscheinlich aus farblosem Glas und Metalloxiden. Sie wurde mit einem Pinsel aufgetragen und
anschließend bei hoher Temperatur eingebrannt. Dadurch bleibt sie beständig. Dieses Verfahren wird Emaillemalerei genannt. Die Farbe wurde sowohl fein, als auch dick (pastos) und deckend (opak) aufgetragen. Der untere Teil des Bechers ist mit einem Kerb- und Kantenschliff geschmückt. Standring und Becherrand sind mit einer umlaufenden goldenen Bemalung verziert. An der Rückseite verläuft vom oberen Glasrand bis zum unteren Teil der Wandung ein geschlossener Riss. Hierbei könnte es sich um einen Spannungsriss handeln.
Material und Gestaltung deuten darauf hin, dass der Deckelbecher zur Zeit des Biedermeier (1815-1850) hergestellt wurde. Als Spätphase des Klassizismus (1770-1840) orientierten sich die Formen an der Antike. Im Biedermeier standen familiäre und häusliche Werte im Vordergrund. Es entwickelte sich ein regelrechter Freundschaftskult. Durch Gläser, Poesiealben und Karten wurden enge Verbundenheit und liebevolle Zuneigung ausgedrückt. Somit dienten bis Mitte der 1830er Jahre aufwendig gestaltete Gläser vor allem als Geschenk- und Andenkenobjekte.
Als „Souvenir“ (französisch: Andenken) galten auch sogenannte Badebecher. Diese wurden vom Adel bei Trink- und Badekuren erworben. Daheim dienten sie in Glasvitrinen, auf Etageren oder an der Wand präsentiert als Statussymbol. Deckelbecher waren nicht nur Prunkstücke, sondern auch Trinkgefäße. Der Deckel schützte vor verschmutzten oder vergifteten Getränken. Zudem behielt das Getränk länger die gewünschte Temperatur.
Glas wurde seit dem Mittelalter in Waldglashütten hergestellt. Diese befanden sich in waldreichen Gebieten, wie der Grafschaft Lippe und dem Hochstift Paderborn. Die Glashütte Gernheim in Petershagen-Ovenstädt (1812-1877) sowie die Glashütte Wittekind in Minden (1882-1982) stellten ebenfalls Glaswaren her.
Der Deckelbecher verweist auf unsere kommende Sonderausstellung „Heiß und Kalt – Eine Reise durch die Kulturgeschichte der Getränke“, die ab dem 12. September im Mindener Museum zu sehen ist. Dabei wird die regionale Getränkekultur vom Mittelalter bis heute anhand verschiedener Objekte beleuchtet.
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Für den Text und die Bilder dieser Veranstaltungsankündigung ist nicht die Redaktion des Mindener Tageblatts verantwortlich, sondern der Veranstalter.
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