© Rachel Topham
Ausstellungen
Duane Linklater Mâcistan
Ausstellungsdauer
23. März 2026 – 14. Juni 2026
Infos
Wenn wir Dinge sammeln, schaffen wir damit immer auch eine eigene Welt – wir knüpfen Verbindungen, messen Wert bei, bewahren Erinnerungen und konstruieren Wissen. Im Kleinen geschieht das im persönlichen Familienarchiv; im größeren Maßstab füllen Museen ihre Depots, um nationale Identitäten zu formen und ihre Geschichten über die Welt zu erzählen.
Im Frühjahr 2026 zeigt die Kunsthalle Bielefeld die erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland des kanadischen Künstlers Duane Linklater (1976, Omaskêko Ininiwak, Moose Cree First Nation, North Bay, Kanada). Sein multidisziplinäres Werk umfasst Skulptur, Malerei, Musik und ortsspezifische Installationen und setzt sich mit den historischen und gegenwärtigen Lebensbedingungen Indigener Menschen in Nordamerika auseinander sowie mit den Konventionen des Museums.
Zentral für die Ausstellung ist das Konzept des „Cache“ – eines Horts, der sowohl Sammlung als auch räumliche Struktur bezeichnet. In Indigenen Kulturen Kanadas diente ein Cache der Aufbewahrung und Weitergabe von Gegenständen, Erinnerungen und Wissen. Dieses Prinzip überträgt Linklater in eine modulare, ortsspezifische Architektur, die zugleich Präsentationsform und Ordnungssystem der Ausstellung ist. In ihr verbindet er persönliche Objekte, familiäre Bestände und Bezüge zu Indigener Kultur und Geschichte mit musealen Kontexten und macht so die Bedingungen sichtbar, unter denen Wissen gesammelt, bewertet und weitergegeben wird.
Die Ausstellung trägt den Titel „mâcistan“ – ein Begriff aus der Sprache der Mushkego Inniniw, der einen „Bruch“ oder Übergang bezeichnet: der Moment, in dem das Eis im Frühjahr aufbricht und den Fluss hinabtreibt. Der Titel verweist auf Momente des Wandels und der Neuordnung und bildet den konzeptuellen Rahmen für Linklaters künstlerische Auseinandersetzung mit Sammlung, Erinnerung und institutionellen Strukturen.
Grundelement der Installation sind hochaufragende Gerüste, in die Gemälde, Plastiken, gefundene Objekte, Möbelstücke und unterschiedliche Materialien eingesetzt sind. Anstelle klassischer Wandpräsentationen errichtet Linklater ein eigenes Display für die Arbeiten. Haushaltsgegenstände und familiäre Habseligkeiten werden dabei teils hoch oben gelagert, dem unmittelbaren Zugriff entzogen, und verweisen auf mögliche zukünftige Bedeutungen. Das Gerüst fungiert als offene Struktur, in der Ordnung, Fürsorge und provisorische Stabilisierung miteinander verschränkt sind.
Ergänzend bezieht sich Linklater auf archäologische Funde in der Region Ottawa, darunter 10.000 Jahre alte Indigene Artefakte sowie vorkoloniale Objekte, die bei Bauarbeiten auf dem Parliament Hill entdeckt wurden. Ihre künftige Verwendung und Bedeutung werden von den betroffenen First Nations und nationalen Museen ausgehandelt – ein Prozess, der die Offenheit und Wandelbarkeit eines Horts widerspiegelt.
Duane Linklater
Mâcistan
Im Frühjahr 2026 zeigt die Kunsthalle Bielefeld die erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland des kanadischen Künstlers Duane Linklater (1976, Omaskêko Ininiwak, Moose Cree First Nation, North Bay, Kanada). Sein multidisziplinäres Werk umfasst Skulptur, Malerei, Musik und ortsspezifische Installationen und setzt sich mit den historischen und gegenwärtigen Lebensbedingungen Indigener Menschen in Nordamerika auseinander sowie mit den Konventionen des Museums.
Zentral für die Ausstellung ist das Konzept des „Cache“ – eines Horts, der sowohl Sammlung als auch räumliche Struktur bezeichnet. In Indigenen Kulturen Kanadas diente ein Cache der Aufbewahrung und Weitergabe von Gegenständen, Erinnerungen und Wissen. Dieses Prinzip überträgt Linklater in eine modulare, ortsspezifische Architektur, die zugleich Präsentationsform und Ordnungssystem der Ausstellung ist. In ihr verbindet er persönliche Objekte, familiäre Bestände und Bezüge zu Indigener Kultur und Geschichte mit musealen Kontexten und macht so die Bedingungen sichtbar, unter denen Wissen gesammelt, bewertet und weitergegeben wird.
Die Ausstellung trägt den Titel „mâcistan“ – ein Begriff aus der Sprache der Mushkego Inniniw, der einen „Bruch“ oder Übergang bezeichnet: der Moment, in dem das Eis im Frühjahr aufbricht und den Fluss hinabtreibt. Der Titel verweist auf Momente des Wandels und der Neuordnung und bildet den konzeptuellen Rahmen für Linklaters künstlerische Auseinandersetzung mit Sammlung, Erinnerung und institutionellen Strukturen.
Grundelement der Installation sind hochaufragende Gerüste, in die Gemälde, Plastiken, gefundene Objekte, Möbelstücke und unterschiedliche Materialien eingesetzt sind. Anstelle klassischer Wandpräsentationen errichtet Linklater ein eigenes Display für die Arbeiten. Haushaltsgegenstände und familiäre Habseligkeiten werden dabei teils hoch oben gelagert, dem unmittelbaren Zugriff entzogen, und verweisen auf mögliche zukünftige Bedeutungen. Das Gerüst fungiert als offene Struktur, in der Ordnung, Fürsorge und provisorische Stabilisierung miteinander verschränkt sind.
Ergänzend bezieht sich Linklater auf archäologische Funde in der Region Ottawa, darunter 10.000 Jahre alte Indigene Artefakte sowie vorkoloniale Objekte, die bei Bauarbeiten auf dem Parliament Hill entdeckt wurden. Ihre künftige Verwendung und Bedeutung werden von den betroffenen First Nations und nationalen Museen ausgehandelt – ein Prozess, der die Offenheit und Wandelbarkeit eines Horts widerspiegelt.
Duane Linklater
Mâcistan
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Für den Text und die Bilder dieser Veranstaltungsankündigung ist nicht die Redaktion des Mindener Tageblatts verantwortlich, sondern der Veranstalter.
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