Aus Anlass des 50. Todestags
Paul Schallück Weiße Fahnen im April
Der Warendorfer Autor Paul Schallück (19221976), bedeutender Vertreter der deutschen Nachkriegsliteratur und Mitglied der Gruppe 47, hat zehn Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges in seiner Erzählung Weiße Fahnen im April den mutigen Warendorfer Bürgern ein Denkmal gesetzt, die ihre Stadt in den letzten Kriegstagen vor größerer Zerstörung retten konnten.
Aus Anlass des 50. Todestags von Paul Schallück am 29. Februar zeigt das Theater am Wall in einer Wiederaufnahme der in situ-Aufführung an der Emsbrücke und im HOT im Mai 2025 die von Regisseurin Heide Bertram erarbeitete Bühnenfassung der Erzählung.
Zum Inhalt der Erzählung: Am Ostermontag 1945 bringen deutsche Soldaten unter der stadtnahen Emsbrücke Handgranaten an, um sie gemäß Hitlers Nerobefehl nach der Taktik der verbrannten Erde zu sprengen. Der Bürgermeister und einige Mitbürger versuchen, dies zu verhindern und riskieren dabei ihr Leben. Sie greifen zu einer List, die jedoch am Ende durchschaut wird. Paul Schallück weicht in seiner Novelle von der historischen Wahrheit ab, indem er den 13-jährigen Sohn des Bürgermeisters als mutigen Retter präsentiert. Diese Abweichung wird im Stück aufgegriffen und hinterfragt.
Die politischen Ereignisse der letzten Jahre verleihen dem Thema eine brisante Aktualität. Sinnlose Zerstörung und Flüchtlingsströme sind leider nicht alte Geschichten, sondern auch im Jahr 2026 bittere Realität.