Jannik Raeker (Witten) musiziert an der historischen Orgel von 1591.
Auf dem Programm stehen Werke von Bruhns, Bach und Mendelssohn.
Jannik Raeker, ursprünglich aus Dülmen, begann sein Kirchenmusikstudium in Herford und zog mit der Hochschule für Kirchenmusik an den gemeinsamen Standort Witten. Er ist in der Orgelklasse von Professorin Mona Hartmann und bekommt Inspirationen aus Meisterkursen und auch Wettbewerben aus dem Ausland.
Nicolaus Bruhns gilt als einer der bedeutendsten Virtuosen seiner Zeit, sowohl auf der Orgel als auch an der Geige. Der aufbrausende Stylus phantasticus ist in diesem Werk deutlich zu erkennen, durch den Wechsel vieler Formteile, ganz im Sinne des norddeutschen Präludiums. Das Präludium ist nicht nur für seinen königlichen Klang, sondern auch für seine technische Schwierigkeit im Doppelpedal bekannt, wo jeder Fuß eine eigene Stimme führt.
Johann Sebastian Bach komponierte im heute sehr bekannten „Orgelbüchlein“ Choralvorspiele in verschiedenen Formen zu gebräuchlichen Liedern für den Gottesdienst, mit dem Ziel, dass diese Stücke gut verwendbar sind. In BWV 622 lässt er die Choralmelodie in einem langsamen Tempo laufen, was es ihm ermöglicht, diese kunstvoll auszuschmücken.
Die Sonate A-Dur ist eine der freieren Orgelsonaten von Mendelssohn. Sie setzt sich aus mehreren Stücken zusammen, es beginnt mit einer Umarbeitung des von Mendelssohn komponierten Einzugs für die Hochzeit seiner Schwester Fanny Hensel. Später ist im Pedal die Choralmelodie „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ hörbar und nach dem feierlichen Schluss des ersten Satzes mit dem Anfangsmotiv folgt ein lyrischer, schwebender langsamer Satz.
Die Fantasie g-moll BWV 542 ist vermutlich eine Improvisation Bachs. Während seiner Hamburg-Reise im Jahr 1720 bewarb Bach sich mutmaßlich in St. Jacobi und bewies mit dem Stück seine herausragende Improvisationsfähigkeit. Im Werk wechseln sich dramatische Rezitativteile mit expressiven, leisen Linien ab.