Poesie als Gesellschaftskritik – geht das überhaupt?
Christine Zeides und Ralf Burnicki beweisen: Ja, das geht! In ihrem fortlaufenden Kettengedicht „Keine
Lücken“ hinterfragen sie, ob in einer kapitalistischen Welt ein emanzipiertes „Ich“ möglich ist und wie
gesellschaftliche Strukturen unsere Individualität prägen. Die Poesie ermöglicht es, Kritik zu üben und
gleichzeitig das Mögliche im Unmöglichen aufscheinen zu lassen.
Von Lyrik zu Figurentheater
Im zweiten Teil des Abends widmet sich Christine Zeides der Verantwortung des Einzelnen – nicht mit
Lyrik, sondern mit dem Figurentheater. Die diplomierte Puppenspielerin präsentiert ihr schauerliches
Kammerspiel „Die Brandstifter“, das Mechanismen der Verleugnung und Täuschung durch Populisten
untersucht. Das Stück fragt: Wie gelingt es, Offensichtliches zu ignorieren und ganze
Bevölkerungsschichten zu instrumentalisieren? Und warum glaubt niemand die „nackte Wahrheit“, die
oft die beste Tarnung ist?
Über die Künstler*innen:
Christine Zeides und Ralf Burnicki sind seit Jahren prägende Figuren der OWL-Literaturszene und
Mitinitiator*innen politischer Literaturlesungen. Ihre Arbeiten verbinden literarische Tiefe mit
gesellschaftspolitischer Relevanz.